Reporting, Digitalisierung & Rollouts

Von Inventurdaten zum dynamischen Markt-Ranking

Eine datenbasierte Bewertungslogik, die unterschiedliche Marktgrößen, Umsätze und Warenverluste vergleichbar macht.

Warenverlustkennzahlen allein zeigen noch nicht, wie ein Markt im Verhältnis zu anderen Standorten einzuordnen ist. Unterschiedliche Verkaufsflächen, Umsätze und Marktstrukturen erschweren einen direkten Vergleich.

Aus dieser Fragestellung entwickelte ich ein dynamisches Ranking-Modell, das die Ergebnisse der bereits abgeschlossenen Inventuren eines Geschäftsjahres automatisiert miteinander vergleicht.

Grundlage waren regelmäßig bereitgestellte Controlling- bzw. Quartalsdaten. Nach dem Einfügen der aktuellen Daten aktualisierte sich die Auswertung automatisch und bezog ausschließlich die Märkte ein, deren Inventur im laufenden Geschäftsjahr bereits abgeschlossen war.

Mit jeder weiteren Inventur wuchs das Ranking dynamisch weiter. Erst nach Abschluss der letzten Inventur des Geschäftsjahres entstand das vollständige Jahresranking.

Vier BewertungskategorienDynamische BenchmarkAutomatische Rangfolge

Unterschiedliche Märkte fair miteinander vergleichen

Ein reiner Vergleich des absoluten Warenverlustes wäre wenig aussagekräftig. Ein großer, umsatzstarker Markt kann naturgemäß einen höheren absoluten Warenverlust aufweisen als ein kleiner Standort.

Umgekehrt kann ein kleiner Markt trotz eines geringeren absoluten Verlustes im Verhältnis zu Umsatz oder Verkaufsfläche deutlich auffälliger sein.

Ziel war deshalb eine Bewertungslogik, die mehrere Perspektiven miteinander verbindet und dadurch eine differenziertere Beurteilung der Märkte ermöglicht.

Mehrere Kennzahlen statt einer einzelnen Zahl

Für das Ranking wurden vier zentrale Bewertungskategorien miteinander kombiniert:

  1. 1. Warenverlust in %

    Bewertung des Warenverlustes im Verhältnis zum Umsatz.

  2. 2. Warenverlust in €

    Betrachtung des absoluten Warenverlustes auf EK-Basis.

  3. 3. Warenverlust je m²

    Verhältnis des Warenverlustes zur gewichteten Verkaufsfläche.

  4. 4. Umsatz je m²

    Betrachtung der Umsatzleistung im Verhältnis zur gewichteten Verkaufsfläche.

Zusätzlich wurden die unterschiedlichen Flächentypen der Märkte berücksichtigt. Dadurch konnten Märkte unterschiedlicher Größe und Struktur wesentlich differenzierter miteinander verglichen werden.

Dynamisches Filial-Ranking zur Analyse von Inventur- und Warenverlustkennzahlen

Überblick über das Vorgehen: Daten einlesen, vier Kategorien bewerten und eine dynamische Rangfolge ableiten. Sensible Daten wurden bewusst unkenntlich gemacht.

Der Vergleichswert entwickelte sich mit jeder Inventur weiter

Eine Besonderheit des Modells war die dynamische Berechnung des nationalen Durchschnitts.

Zu Beginn des Geschäftsjahres bestand die Vergleichsgruppe nur aus den Märkten, deren Inventur bereits abgeschlossen war.

Kam eine weitere Inventur hinzu, wurden die Durchschnittswerte automatisch neu berechnet. Dadurch veränderte sich während des Jahres auch die Benchmark.

Das Ranking stellte somit keine statische Momentaufnahme dar, sondern entwickelte sich mit dem tatsächlichen Inventurfortschritt des Geschäftsjahres weiter.

Aus Kennzahlen wird eine nachvollziehbare Rangfolge

Für jede der vier Kategorien wurde ermittelt, wie stark ein Markt vom jeweils aktuellen nationalen Durchschnitt abwich.

Die Märkte wurden anschließend innerhalb jeder Kategorie entsprechend ihrer Ergebnisse bewertet. Die maximal erreichbare Punktzahl je Kategorie entsprach dabei der Anzahl der zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossenen Inventuren.

Beispiel: Waren 18 Inventuren abgeschlossen, konnte der beste Markt einer Kategorie maximal 18 Punkte erhalten. Waren später 51 Inventuren abgeschlossen, erhöhte sich die maximal erreichbare Punktzahl auf 51 Punkte. Der jeweils schwächste Markt erhielt einen Punkt.

Die Punkte der vier Kategorien wurden anschließend zu einer Gesamtpunktzahl addiert. Daraus entstand automatisch die Gesamtrangfolge der Märkte — je höher die Gesamtpunktzahl, desto besser die Platzierung.

Entwicklung statt isolierter Momentaufnahme

Neben dem aktuellen Gesamtrang wurde auch die Platzierung des Vorjahres dargestellt.

Dadurch ließ sich erkennen, wie sich ein Markt im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr entwickelt hatte.

Das Ranking konnte somit nicht nur aktuelle Auffälligkeiten sichtbar machen, sondern auch positive oder negative Entwicklungen einzelner Standorte verdeutlichen.

Aus einem Ranking wird ein Steuerungsinstrument

Ziel war nicht, lediglich eine Rangliste von guten und schlechten Märkten zu erzeugen.

Das Modell sollte vielmehr dabei helfen, Auffälligkeiten sichtbar zu machen und Märkte zu identifizieren, bei denen eine intensivere Ursachenanalyse oder operative Begleitung sinnvoll sein konnte.

Gerade durch die Kombination aus prozentualem Warenverlust, absolutem Warenverlust, Verkaufsfläche und Umsatz konnten auch kleinere Standorte sichtbar werden, die bei einer rein absoluten Betrachtung möglicherweise nicht aufgefallen wären.

Dadurch entstand eine datenbasierte Grundlage für die Priorisierung von Märkten und die gezielte Ableitung weiterer Analysen und Maßnahmen.

Neue Daten rein — aktualisiertes Ranking raus

Die Auswertung war so aufgebaut, dass neue Controlling- bzw. Quartalsdaten in ein separates Tabellenblatt übernommen werden konnten.

Anschließend aktualisierten sich die relevanten Kennzahlen, Vergleichswerte, Punkte und Platzierungen automatisch.

Dadurch konnte dieselbe Logik während des gesamten Geschäftsjahres weiterverwendet werden, ohne das Ranking nach jeder neuen Inventur manuell neu aufzubauen.

Ergebnis & Mehrwert

Transparenz

Unterschiedliche Marktstrukturen und Warenverluste vergleichbar machen.

Dynamische Benchmark

Der Vergleichswert entwickelt sich automatisch mit jeder abgeschlossenen Inventur weiter.

Priorisierung

Auffällige Märkte datenbasiert identifizieren und gezielter begleiten.

Automatisierung

Neue Daten einfügen und die Rangfolge automatisch aktualisieren.

„Ein Ranking ist dann wertvoll, wenn es nicht nur Plätze vergibt, sondern sichtbar macht, wo genauer hingeschaut werden sollte.“

Einordnung des Projekts

Das Modell wurde von mir zunächst als Ansatz für ein bundeseinheitliches Ranking entwickelt. Teile der zugrunde liegenden Ranking- und Bewertungslogik wurden in meiner eigenen sowie vereinzelt in weiteren Regionen genutzt.

Die Case Study zeigt das Vorgehen beispielhaft als Ausdruck meiner Arbeitsweise, Analyse- und Entwicklungskompetenz.

Themenschwerpunkte

ReportingDigitalisierungRolloutsKPIDatenanalyseBenchmarkingWarenverlustmanagementInventurAutomatisierungMarktsteuerung